Michael Hübner – Sterbestunde

Autor Michael Hübner

Titel Sterbestunde

Seitenzahl 450

Verlag Goldmann

Genre Psychothriller

Preis 8,99 €

ISBN 3442474183

Erscheinungsdatum Mai 2012

Erster Satz: „Wie gelähmt starrte er auf den Leichnam, der von der Decke der alten Scheune herabhing und um den Dutzende von Fliegen kreisten.“

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Inhalt bei amazon.de
„Ein Menschenleben bedeutet ihnen nichts…

Wegen eines Autounfalls, bei dem ein Pfleger getötet wurde, gerät ein Altenheim ins Visier der Koblenzer Polizei. Kommissar Sven Becker, der die Ermittlungen leitet, stößt auf ein weiteres brisantes Detail: Die Blutprobe einer verstorbenen Heimbewohnerin enthält rätselhafte, HIV-resistente Zellen. Noch bevor der Heimdirektor dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann, ist er verschwunden. Und Becker bekommt es mit skrupellosen Gegnern zu tun, denen ein Menschenleben nicht das Geringste bedeutet …“

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Meine Meinung
Gehörte STIGMA letztes Jahr zu meinen absoluten Lesehighlights, wartete ich umso gespannter auf Michael Hübners zweiten Thriller STERBESTUNDE. Es sollte blutiger und heftiger werden, als er Vorgänger. Da ich aber schon STIGMA blutig und einsame Spitze fand, empfand ich vielleicht deswegen STERBESTUNDE als nicht ganz so viel blutiger.

In diesem Roman widmet sich der Autor einem ganz heiklen Thema: Nicht nur, dass seine Hauptfiguren in einem Altenheim arbeiten, wo viele todkranke Menschen untergebracht sind, sondern auch, weil es, wie der Klappentext vermuten lässt, um Viren, Erkrankungen und deren Rätsel geht. Denn HIV-resistente Zellen bei den verstorbenen Heimbewohnern zu finden, ist sehr merkwürdig.
Das Thema ist also brisant und daher greift der Autor auch zu einem Aspekt zurück, welcher mir in Thrillern oder Psychothriller nicht ganz so gut gefällt: Er lässt ermitteln, denn die Polizei schaltet sich ein und damit unser Protagonist Nr. 1 Sven Becker. Aufgrund der Story blieb dem Autor wahrscheinlich gar nichts anderes übrig, als „kriminelle“ Elemente einzubringen.

Gut, dass Sven Becker mir von Anfang an sehr sympathisch war und ich somit kein Probleme hatte, seinen Ermittlungen folge leisten zu wollen.
Auch sein Privatleben wird einbezogen und lässt den Leser teilhaben an vielen Hintergrundinformationen zu Beckers Leben. Hier muss ich unbedingt auch erwähnen, dass der Autor sich richtig gut informiert haben muss, denn wir bekommen aufgrund der Thriller-Thematik einiges an Hintergrundwissen zum Thema HIV und Aids geliefert, was wirklich sehr interessant zu lesen war. Alles gut erklärt, sodass es auch Laien nachvollziehen können. Ein heikles Thema, welches aber im Genre Psychothriller richtig gut hineinpasst.

Der Gedanke und das, was Michael Hübner seine Charaktere tun lässt, ist nicht nur düster und grausam, sondern auch in höchster Form menschenverachtend und entwürdigend. Umso besser fand ich daher, dass seine Figuren ehrlich und authentisch auftraten und der Schwere des Themas den nötigen Respekt gaben.

Spannung entstand für mich schon alleine dadurch, dass der Kommissar Sven Becker sich total in den Ermittlungsfall hinein hängt und alle Hebel versucht in Bewegung zu setzen, um den Fall zu lösen. Das bleibt natürlich nicht ohne Verluste, Hektik und Chaos aus. Der Leser durchfährt ab Mitte des Buches eine totale Achterbahn der Schnelligkeit. Der Verlag der Geschichte in dem Buch rast nur so davon, sodass ich hier auch meinen Kritikpunkt äußern muss: Das letzte Drittel des Buches lief mir zu unruhig ab.

Ich weiß nicht, ob auch andere Leser dieses Gefühl kennen, dass man ein Buch bei aufkommender Hektik, Tempo und Spannung beginnt, schneller zu lesen. Das ist bei mir meistens der Fall, und so passierte es mir hierbei, dass es so schnell wurde, dass ich kaum hinterher kam und viel Nachdenken musste, wie nun welches Ereignisse und welche Folge mit was zusammenhängt. Ich bin kein Fan von „überspitzten“ Enden, die so turbulent zugehen, dass ich den Faden verliere. Die Ereignisse haben sich für meinen Geschmack zu sehr überstürzt gegen Ende hin.

Nichts desto trotz war STERBESTUNDE für mich erneut ein Thrillerhighlight, welches ich jedem Liebhaber dieses Genres als MUST READ empfehlen kann. Heikles Thema, einiges an Blut, Action und sympathische, realistische Charaktere: Michael Hübner hat sich schon mit STIGMA in mein Thrillerherz gelesen und es erneut mit diesem Buch geschafft. Bitte weiterhin mehr!

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Letztes Wort: „… Neuanfang.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 5/5

Preis-Leistung 5/5

Sprache 4/5

Inhalt 4/5

Spannung 4/5

Umsetzung 4/5

Gesamt: 26/30

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~ von David - 18. Mai 2012.

Eine Antwort to “Michael Hübner – Sterbestunde”

  1. […] Hier meine Rezension zu STERBESTUNDE […]

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