Brett McBean – Das Motel

Autor Brett McBean

Titel Das Motel

Seitenzahl 380

Verlag Festa

Genre Psychothriller

Preis 13,95 €

ISBN 3865521479

Erscheinungsdatum April 2012

Erster Satz: „Er fuhr auf den Seitenstreifen, zog die Handbremse an, schaltete die Scheinwerfer aus und stellte den Motor ab.“

Inhalt bei amazon.de
„Ein Ehepaar … zwei Ganoven … ein junger Mann … ein perverser Serienmörder … Sie sind Fremde. Sie haben sich nie zuvor gesehen. Doch in einer Nacht des Grauens werden ihre Schicksale für ewig miteinander verflochten. Und jetzt wollen sie alle nur noch das Gleiche: Die Nacht im Lodgepole Pine Motel irgendwie überleben …“

Meine Meinung
Nachdem ich 2010 DIE MUTTER von Brett McBean las, war ich sicher: Ich habe einen neuen Autor auf meiner Favoritenliste. Brutal, blutig, spannend und einfach packend: Eine neue, frische und junge Stimme am Psychothrillerhimmel. Genau nach meinem Geschmack also, sodass ich mehr als happy darüber war, dass weitere Werke des Autors folgen sollten.
2011 kam dann DIE BESTIEN, was mich ebenfalls wieder sehr begeisterte, denn hier kamen auch Horroraspekte hinein, welche einen klasse Mix ergaben.
Und nun endlich erschien McBeans dritter Psychothriller aus dem Hause Festa DAS MOTEL.

Gleich zu Beginn habe ich erneut feststellen müssen, wie super flüssig und toll lesbar McBean schreibt. Ohne mit der Wimper zu zucken hatte ich die ersten 50 Seiten weg gelesen und war wieder einmal gefesselt von einer neuen, brutalen Story des genialen australischen Autors.
Hier passt einfach erneut alles: Story, Schreibstil und Idee. Das Buch ist brutal, ja, es ist auch blutig und teilweise obszön, aber es ist verdammt gut. Man trifft hier keinesfalls auf „sinnloses“ Abgeschlachte. McBean tüftelte für den Leser eine Story aus, die nach und nach für diesen durchschaubarer wurde. Anfangs treten unsere Protagonisten nach und nach auf und treffen sich alle an unserem zentralen Ereignisort: Dem Motel. Wir lernen Kapitel für Kapitel die Umstände kennen, die sie in dieses Motel führten und lernen so auch die einzelnen Personen näher kennen. Der Leser merkt sofort, wer ihm sympathischer ist und wem man von Anfang an nicht trauen kann.

Und hier setzte McBeans klasse Verwirrspiel ein: Denn wer anfangs noch unschuldig und lieb wirkte, kann im Laufe des Buches noch um einiges an Brutalität zulegen. Und andersrum: Ist für den Leser von Beginn an klar, wer hier der Übeltäter ist, so kann sich dies genauso schnell verändert. Es ist eine Hetzjagd, die der Leser im Kopf durchläuft. Die Gegenwartshandlung bleibt auf das Motel begrenzt, jedoch führt uns der Autor auch in die Vergangenheit und zeigt uns andere Handlungsorte auf, an denen sich das Schicksal für die einzelnen Personen für immer offenbarte.
Besonders gut hat mir gefallen, dass in der gesamten Geschichte keine Horrorelemente, also Übernatürliches, vorkommen, sodass dieses Buch in die Sparte PSYCHOTHRILLER seinen absolut berechtigten und richtigsten Platz findet.

Durch den lockeren Schreibstil und teilweise witzig-makaberen Humor zeigt McBean dem Leser, wie sich das Grauen entwickeln kann und lässt uns eine Nacht der Verzweiflung, Angst und Rache spüren. Er geht dabei brutal und blutig vor, aber wie schon erwähnt: Dieses Buch ist keinesfalls zu heftig und so empfand ich es als einen richtig guten, spannenden und vor allem actionreichen Thriller. Man fiebert mit, ob und wie sich unsere Protagonisten aus den Fängen des Motels befreien können und interessant war auch zu lesen, welche Einzelschicksale die Charaktere ins Motel brachten.
Ebenfalls loben möchte ich die kurzen und prägnanten Kapitel: Ich bin kein Fan von ellenlangen Kapiteln, die einfach kein Ende nehmen wollen. So ist dies hier nicht! Jedes Kapitel ist zwischen ein und vier, fünf Seiten lang und gliedert sich super in die Handlung ein. Durch den schnellen Wechsel zwischen den Personen kam Hektik und Spannung auf, gleichzeitig war der Leser dadurch in der Lage, einen Gesamtüberblick zu erhalten und dem Verlauf der Story problemlos folge zu leisten.

Für mich hat Brett McBean mit DAS MOTEL, welches übrigens sein erster Roman überhaupt war, erneut bewiesen, dass er genau meinen Lesegeschmack trifft: Spannend, blutig, brutal, aber mit Story und Charakteren, die man mag oder nicht, mit denen man mitfiebert oder von denen man einfach gerne das nächste Kapitel liest.
Wer DIE MUTTER und DIE BESTIEN las und liebte, kommt um DAS MOTEL nicht herum. Im Sommer erscheint DIE SÜNDER von McBean im Festa Verlag, eine Kurzgeschichtensammlung. Ich freu mich!


Letztes Wort: „… Schritten.“

Bewertung

Cover-Gestaltung 5/5

Preis-Leistung 4/5

Sprache 4/5

Inhalt 4/5

Spannung 4/5

Umsetzung 4/5

Gesamt: 25/30

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~ von David - 22. April 2012.

4 Antworten to “Brett McBean – Das Motel”

  1. […] DAS MOTEL Share this:TeilenTwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste dem dies gefällt. […]

  2. Oh-oh…warum musst du nur immer so tolle Rezensionen schreiben? Ich wollte doch eigentlich nicht mehr ständig Bücher kaufen, aber leider leider lässt du mir keine Wahl. 😉

  3. Wow, eine super tolle ausführliche Rezension! Gefällt mir sehr gut!
    Habe bisher noch nicht Horror gelesen aber vielleicht sollte ich mal damit anfangen!

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