Lilly Lindner – Splitterfasernackt

Autor Lilly Lindner

Titel Splitterfasernackt

Seitenzahl 400

Verlag Droemer

Genre Roman

Preis 16,99€

ISBN 3426226065

Erscheinungsdatum September 2011

Erster Satz: „Vielleicht arbeite ich ja nur deshalb in einem Bordell, weil Männer an einem Ort wie diesem für ihre Triebe bezahlen müssen und weil sie auf diesem Weg nicht einmal annähernd zu meinem Herzen durchdringen können.“

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Inhalt bei amazon.de

„Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu missbrauchen. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr längst nicht mehr gehört, in einem Edel-Bordell zu verkaufen…“

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Meine Meinung

Was ich als erstes unbedingt erwähnen will, ist der gefühlvolle, bildliche und sehr direkte Schreibstil der Autorin. Lilly Lindner schreibt keineswegs professionell, aber mit einer solchen Gefühlswucht, dass es mich beim Lesen nahezu umgehauen hat. Besonders die erste Hälfte des Buches ist so enorm gefühlsstark und authentisch, dass es mir ständig kalt den Rücken herunter gelaufen ist.

Was Lilly als kleines Kind erlebt hat und was man ihr antat, ist ein schreckliches Beispiel von leider viel zu vielen in Deutschland und der ganzen Welt. Besonders diese Schilderungen des sexuellen Missbrauches waren es, welche mich schockiert haben. Die Autorin beschreibt dies teilweise ziemlich indirekt, obwohl dem Leser durch genau diese Schilderungen absolut klar ist, was passiert ist. Andernfalls aber auch nimmt sie kein Blatt vor den Mund und schreibt eiskalt und knallhart, was sie erleben musste.

Besonders intensiv beschreibt sie ihren Kampf mit der späteren Bulimie. Ihr Wunsch, so wenig von ihrem missbrauchten Körper übrigen zu lassen, beschreibt sie dem Leser mehr als deutlich. Obwohl ich weder Betroffene kenne noch selbst irgendwelche Erfahrungen diesbezüglich machen musste, konnte ich nur anhand der Wortwahl oft sehr viel zwischen den Zeilen lesen und verstehen.

Besonders der leicht provozierende Buchtitel macht seinem Ruf alle Ehre: Wer sich mit dem Thema Bulimie, Vergewaltigung, Missbrauch und Prostitution nicht auseinandersetzen will oder kann, dem sei dieses Buch keinesfalls empfohlen. Sind die Wortwahl und der Schreibstil recht jugendlich und einfach gehalten, entstehen immer wieder sehr berührende und intensive Passagen, wo insbesondere das Gefühlszentrum des Lesers angesprochen wird. Und wer hier die erwähnten Thematiken nicht verkraftet, hat wahrscheinlich lange dran zu knabbern.

Leider gibt es auch ein paar negative Anmerkungen meinerseits. Fängt die Lebensgeschichte so gefühlsintensiv an, erlebt sie ab der Hälfte etwa einen Spannungseinbruch. Die Autorin berichtet sehr intensiv über ihr Leben im Bordell und viele Situationen wiederholen sich. Während diesen Kapiteln habe ich auch etwas mit mir kämpfen müssen, denn sie waren doch recht langatmig für mich. Es passierte einfach nicht viel Neues und so zog es sich in der zweiten Hälfte des Buches hin.

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Abschließend ist zu sagen, dass mir Splitterfasernackt gut gefallen hat und ich noch lange an das Buch denken musste bzw. sicherlich auch noch weiterhin werde, denn es hat mich schockiert und entsetzt zurückgelassen.

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Letztes Wort: „… renne.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 3/5

Preis-Leistung 3/5

Sprache 4/5

Inhalt 4/5

Spannung 3/5

Umsetzung 4/5

Gesamt: 21/30

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~ von David - 22. Oktober 2011.

6 Antworten to “Lilly Lindner – Splitterfasernackt”

  1. Deine Meinung zum Buch gefällt mir. Ich habs auch schon auf der Wunschliste und bei der nächsten Bestellung ist es dann dabei.

    Hab übrigens vom Festa Verlag „Die Muttter“ bekommen. Bin schon sehr gespannt.

    Schönes Wochenende

  2. Dank deiner Empfehlung habe ich mir das Buch auch vorgestern bestellt 🙂

  3. Das Buch klingt wirklich interessant! Schöne Rezi Blubbi-Bärchen ;-*

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