Inge Löhnig – Scherbenparadies

Autor Inge Löhnig

Titel Scherbenparadies

Seitenzahl 270

Verlag Arena

Genre Jugendthriller

Preis 9,99€

ISBN 3401066021

Erscheinungsdatum August 2011

Erster Satz: „Sein Blick suchte ihren, und als er ihn fand, kam es ihr vor wie eine geheime Verständigung.“

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Inhalt bei amazon.de

„Sandra hat ein Geheimnis, von dem niemand wissen darf: Seit ihre alkoholabhängige Mutter zu Hause ausgezogen ist, kümmert sie sich alleine um ihre kleine Schwester Vanessa. Alles geht gut, bis Sandra sich Hals über Kopf in ihren jungen Klassenlehrer verliebt. Ohne es zu ahnen, macht sie sich damit zur Konkurrentin und löst eine Welle des Hasses bei ihren Mitschülern aus, die immer unkontrollierbarer wird.“

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Meine Meinung

Nachdem ich letztes Jahr den ersten Jugendthriller „Schattenkuss“ von Inge Löhnig gelesen habe und ihn super fand, war mir klar, dass ich auch ihren nächsten lesen möchte. Leider hat er meine Erwartungen nicht erfüllt.

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Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass die Beschreibung bei amazon eine andere ist, als auf dem Klappentext des Buches. Hier ist sofort klar, dass es hauptsächlich um Sandra geht, doch nach dem Lesen des Klappentextes klang es für mich etwas anders. Dabei hatte ich das Gefühl, dass es zwei verschiedene Geschichte sind, die irgendwie miteinander zutun haben werden. Und genauso ist es auch gekommen.

Natürlich geht es meistens um Sandra, welche mit ihrer Schwester Vanessa zuhause alleine lebt, seit ihre Mutter einen neuen Freund hat und ständig bei diesem übernachtet. Sie lässt ihrer Tochter ab und an mal einen 20er auf dem Küchentisch liegen und überlässt ihre beiden Kinder ansonsten sich selbst. Dies stresst Sandra natürlich sehr und so erfahren wir als Leser den Alltag einer Schülerin, die versucht, sich und ihrer Schwester über die Runden zu bringen. Dass dies nicht immer einfach ist, dürfte jedem klar sein. Hinzu kommen allerdings auch noch Schulprobleme und diese beziehen sich nicht nur auf ihre Noten, welche immer schlechter werden. Denn eine Konkurrentin von Sandra ist total in ihren neunen Klassenlehrer verliebt und will diesen unter allen Umständen für sich gewinnen. Zudem ist sie arg eifersüchtig, weil dieser Sandras Notsituation zu erahnen scheint und sich um sie kümmern will. Als Sandra sich dann auch noch in ihn verliebt, scheint das Chaos perfekt zu werden…

Ich habe einen spannenden Jugendthriller erwartet, welcher auf der einen Seite die schrecklichen sozialen Hintergründe von Sandra aufzeigt und auf der anderen die Liebesproblematik mit ihrem Klassenlehrer thematisiert. Wie beides zusammenhängen könnte, war mir von Anfang an nicht bewusst.

Natürlich wird beides auch miteinander vermischt und der Leser wird mir einem geballten Gefühlschaos konfrontiert, allerdings begann die gesamte Geschichte für mich schon recht unrealistisch und hat sich ab etwa der Hälfte des Buches ins so Surreale gesteigert, dass ich keinen Spaß mehr beim Lesen hatte.

Begonnen hat das Unrealistische mit Kleinigkeiten, wie z.B. dass Sandra noch genau 5 Cent für ihren mickrigen Einkauf für sich und ihrer Schwester fehlte und sie diese natürlich genau einen Gang weiter auf dem Boden fand…

Und als ihr dann noch Obst fehlte, die dieses natürlich am Obststand geschenkt bekam…

Da dachte ich mir noch: Okay, kann ja Zufall sein. Aber es steigerte sich dann in diverse Zufälle, die mir einfach zu viel wurden.

Da ich nicht spoilern möchte, erwähne ich hier nichts Konkretes weiter, jedoch möchte ich noch erwähnen, dass besonders die Geschichte, die sich um Sandra und ihrem neuen Klassenlehrer dreht, mir wirklich viel zu unrealistisch vorkam. Was sich zwischen den beiden entwickelte und wie die Geschichte dann auch ausging, war für mich leider zu sehr an den Haaren herbei gezogen, sodass ich leider enttäuscht von diesem Buch war.

Gut gefallen hat mir hingegen die thematische Umsetzung der Not, in der Sandra sich befindet. Der Autorin ist es gut gelungen, die wirre und hilfslose Gedankenwelt nachvollziehbar zu schildern und als Leser bekommt man auch Mitleid mit Sandra und ein bisschen Wut auf die Gesellschaft, denn diese wird auch kritisiert.

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Leider gibt es für mich mehr Negatives als Positives zu kritisieren und daher kann ich keine Kaufempfehlung aussprechen.

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Letztes Wort: „… Freude.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 4/5

Preis-Leistung 3/5

Sprache 4/5

Inhalt 2/5

Spannung 2/5

Umsetzung 2/5

Gesamt: 17/30

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~ von David - 27. Juli 2011.

12 Antworten to “Inge Löhnig – Scherbenparadies”

  1. […] Inge Löhnig – Scherbenparadies […]

  2. Ich lese generell kaum bis gar keine Thriller. Dennoch finde ich die Rezension gut und du lieferst Begründungen für deine negative Auffassung der Handlung. Somit bietest du auch Argumente und wirfst nicht wahllos mit Aussagen durch die Gegend.
    Ich kann verstehen, dass dich die oben aufgeführten Punkte stören, würden mich auch negativ beeinflussen.
    Ich denke, jeder sollte selbst entscheiden, ob das Buch was für einen ist oder nicht. Vielleicht sollte man es auch erst lesen & dann schreiben, ob es eine Fehl- oder eine gute Investition war.
    Dennoch schöne Rezension 🙂
    Liebe Grüße Blubbi :-*

  3. Ich werde mir noch selbst ein Bild machen, von all ihren anderen Büchern war ich bisher nämlich begeistert. Aber wenn ich das kurz anmerken darf, du hast dich verzählt 😉 Ich zähle nämlich 17 Punkte. Außer meine mathematischen Fähigkeiten lassen jetzt total zu wünschen übrig *hüstel*

  4. Unrealistisches Geschehen? Finde ich überhaupt nicht. Ich habe das Buch innerhalb von einem Tag gelesen. Total spannend. Sandras Probleme mit der Mutter und in der Schule und das Mobbing durch die Klasse ist realistisch beschrieben. Genauso wie sie sich in den Lehrer verliebt obwohl sie das nicht will. Sie weiss ja das sie so noch mehr Probleme bekommt. Richtig spannend und gruslig sind die Kapitel mit Sandras Feindin die am Ende total durchdreht. Mir hat das Buch besser gefallen als Schattenkuss

  5. Die unrealistischen Zufälle sind irgendwie schon witizg xD
    Naja ein Buch weniger, was auf die Wunschliste gelangt 😛

    Ganz liebe Grüße ♥
    Yvi

  6. Schade, denn nachdem Inge Löhning bisher nur tolle, spannende Bücher geschrieben hat, hätte ich mit so einer schlechten Kritik nicht gerechnet. 😉

    Liebe Grüße,
    Sabine

    • Hey Sabine,
      ich kenne von ihr bisher nur den anderen Jugendthriller und den fand ich super. Also noch keinen „Erwachsenenkrimi“. Und ja, ich finds auch schade, aber das Buch war einfach nix für mich

      • Hallo David,
        die Dühnfort-Bücher mag ich auch gern, gute deute Krimikost. Für dich wahrscheinlich nicht so sehr geeignet, da du es ja lieber blutig magst. 😉

        Bin schon neugierig, wie sich die anderen Buchblogger zu diesem Buch äußern…

        Liebe Grüße,
        Sabine

  7. Ich habe noch nie von der Autorin gehoert, fand den Klappentext bzw die Kurzbeschreibung allerdings recht interessant. Doch die Dinge die du ansprichst wuerden mich auch sehr stoeren. Unrealistische Geschehnisse in einer eigentlich wahren Geschichte sind fuer mich ein grosses No-Go. Schade um das Buch. Ich werde mich mal ueber ihr anderes Buch informieren und noch ein paar weitere Rezensionen lesen.

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