Julia Hoban – Bis unter die Haut

Autor Julia Hoban

Titel Bis unter die Haut

Seitenzahl 350

Verlag cbt

Genre Jugendbuch

Preis 16,99€

ISBN 9783570160961

Erscheinungsdatum April 2011

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Erster Satz: „Vielleicht ist es nur ein Kratzer.“

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Inhalt bei amazon.de

„Schmerzen spüren – nichts mehr fühlen

Vor einem halben Jahr tranken Willows Eltern bei einer Einladung ein Glas zu viel und baten ihre Tochter, sie nach Hause zu fahren. Doch sie kamen niemals an. Willow verlor die Kontrolle über den Wagen und ihre Eltern starben vor ihren Augen. Jetzt hat Willow all das hinter sich gelassen. Sie ist weggegangen von ihrer alten Schule, von ihren alten Freunden – von den Erinnerungen. Den Schuldgefühlen jedoch kann sie nicht entrinnen. Die erträgt sie nur, indem sie sich ritzt. Da kommt Guy in ihre Klasse, ein Junge, so sensibel und nachdenklich wie Willow selbst. Er entdeckt ihr gut gehütetes Geheimnis. Und durch seine bedingungslose Liebe lernt Willow, sich selbst zu vergeben und an sich zu glauben.“

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Meine Meinung

Willow lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Bruder zusammen mit dessen Frau und Tochter. Sie gibt sich die Schuld am Tode, denn sie war es, die das Auto fuhr, als ihre Eltern nach Hause wollten und zu viel getrunken hatten, sie war es, die die Kontrolle verlor und sie war es, die ihre Eltern hat sterben sehen.

Seit diesem Tag an lebt Willow in ständiger Schuld. Sie hat ihre alte Schule und ihre alten Freunde verlassen, ihre gewohnte Umgebung und all die Erinnerungen hinter sich gelassen, um einen Neubeginn zu starten. Doch dieser scheint nicht zu klappen, da ihr Bruder dicht macht und nicht über das Geschehene sprechen will und Willow sich sehr viele Gedanken und Sorgen macht.

In all ihrer Verzweiflung begann sie sich irgendwann, selbst zu verletzten. An den Armen, am Bauch und lebt seitdem in ständiger Panik, dass ihr Bruder oder ihre Klassenkameraden was merken oder gar entdecken.

Dann trifft sie eines Tages Guy und beginnt zu lernen, dass das Leben nicht nur aus Schuld und Selbsthass besteht.

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Dieses Buch hat mich gefühlsmäßig recht überrascht, obwohl mir klar war, dass man bei einem Jugendbuch, in dem es um SVV geht, nicht gerade seinen Spaß haben wird. Die Thematik ist besonders für junge Frauen oftmals hochbrisant und daher finde ich es gut, dass es nicht wie oftmals in der Gesellschaft totgeschwiegen wird, sondern hier offen behandelt wird.

Da ich „Ohne-Schutzumschlag“-Leser bin, fiel mir sofort die Rückenverzierung auf. Der Schriftzug „Bis unter die Haut“ wird begleitet mit roten, zackigen Linien. Das Buch selber ist hautfarben. Sehr schockierend, wie ich fand. Zwar passend zur Story, dennoch für ein Jugendbuch sehr heikel.

Willow ist ein sehr nettes junges Mädchen. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Ihre Gedankengängen und Ängste konnte man sehr gut verstehen und ihre Panik war authentisch. Die Geschichte entwickelt sich recht schnell: Dem Leser ist schnell bewusst, worunter Willow leidet, was ihre Probleme sind und dass sie in völliger Schuld lebt. Die eigenen Eltern „auf dem Gewissen zu haben“ konnte ich mir als Leser selbst kaum ausmalen. Daher war mir absolut bewusst, wie gefühlsgeladen und endlos traurig Willow sein musste. Ich konnte als Leser demnach sehr gut nachempfinden, was natürlich auch dank des klaren und deutlichen Schreibstils der Autorin möglich war.

Zum Thema SVV möchte ich sagen, dass ich die Einbeziehung, so wie dies geschehen ist, zwar gut fand, jedoch wurde das Thema für mein Gefühl zu oberflächlich behandelt. SVV ist eine wahrlich schwere und heikle Erkrankung, mit der nicht zu spaßen ist. Guy, welcher in Willows Leben tritt und beginnt, sich für sie zu interessieren, gibt ihr nach und nach Hoffnung und Kraft, stößt aber auch oft an seine Grenzen. Dies wirkte sehr authentisch und ehrlich.

Das Buch rüttelt einen wach und lässt einen sehr nachdenklich zurück. Es kommen viele verschiedene Gefühlslagen ins Spiel und genauso kann ich mir vorstellen, muss man sich fühlen, wenn man solch einen Verlust erlebt hat.

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Ein intensives Buch, mit vielen Höhen und Tiefen, vielen Gefühlen und Gedanken, welches ich jedem, der schicksalhafte Jugendbücher gerne liest, nur wärmstens empfehlen kann.

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Letztes Wort: „… Anfang.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 5/5

Preis-Leistung 4/5

Sprache 4/5

Inhalt 4/5

Spannung 3/5

Umsetzung 3/5

Gesamt: 23/30

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~ von David - 19. Juni 2011.

5 Antworten to “Julia Hoban – Bis unter die Haut”

  1. Hey,
    sehr schöne Rezi 🙂
    Leider hat mir das Buch nicht so sehr gut gefallen, wie dir… Habs grad durch und meine Rezi dazu geschrieben.
    Das mit den roten zackigen Linien, die ja wohl Schnitte sein sollen, fan dich auch sehr makaber muss ich sagen…

    LG Nanni

  2. Ohhh! Das ist eine wirklich schöne und WIRKLICH gelungene Rezension! Auch da gilt: Hätte ich es nicht schon gelesen… Jetzt würde ich es wollen.
    Deine Beobachtung mit der Gestaltung finde ich gut. Hatte ich zwar bemerkt, nur nicht als möglicherweise heikel registriert!
    Aber ich finde es gut, so wie es ist…
    Charlousie

    • Hey! Danke für deinen Kommentar dazu. Das freut mich wirklich sehr, dass dir die Rezi gefallen hat, denn leicht war sie wahrlich nicht.
      LG 🙂

  3. Sehr schöne Rezi. Hab mir jetzt schon einige Rezensionen zu dem Buch durchgelesen und finde es wirklich sehr interessant. Mal sehen, ob ich es mir auch bald zulegen … sobald meine buchkauffreie Zeit vorüber ist 🙂

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