Die besten Thrillerautoren kommen „Aus dem Land der Fantasie“ – Im Interview mit Arno Strobel

Hallo liebe BlogleserInnen!

Hier nun das Interview mit Arno Strobel. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen 🙂

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Wie kamst du zum Schreiben?
Meine ersten Erfahrungen mit dem Schreiben, und vor allem mit dem Veröffentlichen von Geschichten, konnte ich mit 13 sammeln. Wir sollten nach den Sommerferien den klassischen Aufsatz „Mein schönstes Ferienerlebnis“ schreiben, und meine Lehrerin beging den „Fehler“ uns zuzugestehen, dass wir die Geschichte auch erfinden durften.

Das führte dazu, dass mein Ferienerlebnis sich am Amazonas abspielte, zwischen gefährlichen, wilden Tieren und Wilderern, die ich auf 15 handgeschriebenen Seiten natürlich allesamt listenreich zur Strecke brachte. Meine Lehrerin fand das so außergewöhnlich, dass sie den Aufsatz an die regionale Zeitung schickte, wo er auch tatsächlich abgedruckt wurde.

Danach herrschte lange Zeit Stille in Bezug auf das Schreiben. Erst mit Ende dreißig – damals entstanden die ersten „Schreibforen“ im Internet – packte es mich, und ich startete meine ersten Gehversuche in Sachen  Kurzgeschichten. Gleich die allererste davon wurde für eine Anthologie genommen, und als sich danach immer wieder Redakteure von Zeitschriften und Herausgeber von Anthologien für meine Stories interessierten, stellte ich mir die Frage, ob ich denn auch etwas längeres, also einen Roman, schreiben konnte. Nach fünf oder sechs ambitionierten Versuchen, die allesamt spätestens nach Seite drei starben, schaffte ich es dann so weit zu kommen, dass an einen Abbruch nicht mehr zu denken war, weil dann die ganze Arbeit für die Katz gewesen wäre.

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Warum schreibst du gerade Thriller?
Ich denke, die Faszination beim Schreiben ebenso wie beim Lesen von Thrillern basiert auf dem Wissen, ganz schreckliche Dinge aus einer sicheren Distanz zu „erleben“, mit der Gewissheit, anschließend selbst unversehrt aus der Geschichte wieder herauszukommen. Beim Schreiben wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass ich als Autor gefahrlos Dinge aus meiner dunkelsten Fantasie virtuell „ausleben“ kann.

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Wann und wo schreibst du am liebsten/besten?
Da ich durch meinen zweiten Job in der Bank tagsüber selten dazu komme, schreibe ich meist abends und nachts, und das hat seine Vorteile. Spät am Abend oder früh am Morgen, wenn die meisten  Anderen schlafen, herrscht in meinem Büro diese ganz besondere Atmosphäre der allumfassenden Stille, die man durch das Herunterdimmen des Lichts noch verstärken kann. Eine optimale Stimmung, um Thriller zu schreiben.

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Was inspiriert dich?

Meine Ideen bekomme ich immer im und durch den Alltag. Es sind alltägliche Begebenheiten, die ich mir hernehme und – zugegebenerweise manchmal bis ins Extreme verzerrt – weiterspinne.

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Hattest du schon mal Angst vor deinen eigenen Gedanken/Ideen für deine Bücher?
Nein, Angst vor meinen Ideen an sich hatte ich noch nie. Aber vor der Tatsache, dass ich diese Ideen habe …

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Was liest du privat gerne?
Ich lese querbeet, bevorzuge aber Krimis und Thriller (oh Wunder). Während der „heißen“ Schreibphase allerdings meide ich dieses Genre um zu verhindern, dass ich unbewusst Dinge, die ich gerade gelesen habe und die mir gefallen, in das aktuelle Projekt einfließen lasse.

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Hast du Buchtipps für uns? (Wenn ja, welche?)
Ich finde, es gibt gerade in Deutschland sehr viele ganz fantastische Autorinnen und Autoren, die tolle Bücher schreiben.  Hier jetzt einige zu nennen, würde den vielen anderen nicht gerecht werden.

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Aus welchem Land kommen deiner Meinung nach die besten Thriller Autoren?
Aus dem Land der Fantasie.

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Schreiben Frauen oder Männer bessere Thriller?
Keine Ahnung.

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Gibt es jemanden, der dich zum Schreiben animiert und zur Veröffentlichung ermutigt hat?
Nein.

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Hörst du Musik beim Schreiben oder brauchst du die Stille?
Sowohl als auch. Wenn ich eine ganz besondere Stimmung in einer Szene brauche, greife ich manchmal zur Musik, um diese Stimmung beim Schreiben auch bei mir zu erzeugen. Das geht bei traurigen Sequenzen ebenso wie bei aggressivem Verhalten

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Schreibst du am Computer oder auch mal mit Papier und Bleistift?
Ich schreibe am PC, redigiere aber das ausgedruckte Manuskript mit dem mit Stift.

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Wie entstehen die Titel deiner Bücher?
Es gibt da kein spezielles Verfahren. Meist ist es eine Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und mir.

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Wie schwer war es, einen Verlag zu finden bzw. wie hast du einen gefunden?
Ja, es ist sehr schwer, einen Verlag zu finden, und ich bin nach wie vor der Überzeugung, es gehört eine ganz dicke Portion Glück dazu. Mein Weg dahin war recht verschlungen und ist auf meiner Website www.arno-strobel.de unter „Privates“ nachzulesen.

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Könntest du dir vorstellen auch mal etwas anderes als Thriller zu schreiben?

Ich habe es zwar im Moment nicht vor, aber ausschließen würde ich das nicht.

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Wie hat sich dein Leben seit dem Erscheinen des ersten Buches verändert?
Ich habe die Definition des Begriffes „Freizeit“ vergessen.

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Wie lange hast du an deinem ersten Thriller geschrieben?
Mein erster Psychothriller, „Der Trakt“, entstand in einem Zeitraum von einem dreiviertel Jahr.

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Wie lange hast du an deinem aktuellen Thriller geschrieben und was war diesmal anders?
Etwas weniger, zirka sieben Monate, und ich denke und hoffe, dass mit jedem neuen Projekt etwas mehr Erfahrung einfließt.

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Nach welchen Kriterien wählst du den Schauplatz für die Tatorte aus?
Ich muss sie mir vorstellen können, mehr noch, ich muss sie vor mir sehen, wenn ich sie beschreibe.
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Besuchst du den Ort des Geschehens selbst?
Ja, ich recherchiere grundsätzlich an meinen Handlungsorten
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Hast du schon mal drüber nachgedacht, eine Reihe um einen Ermittler bzw. um ein Ermittlerduo zu schreiben?
Ich habe es bisher immer von mir gewiesen, aber ich gestehe  – es reizt.

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Schreibst du das Ende zu erst oder schreibst du drauf los und lässt dich überraschen, wie es sich entwickelt?
Ich muss eine konkrete Vorstellung vom Ende haben, dann schreibe ich darauf los und lasse mich überraschen, wie es sich entwickelt.

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Warum sollte ich ausgerechnet deine Bücher kaufen und lesen?
Weil ich sie extra für dich geschrieben habe.

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Wie gehst du mit negativer (Rezi-)Kritik um?

Wenn es sich wirklich um eine Rezension handelt, lese ich sie mir aufmerksam durch, versuche zu verstehen, was bemängelt wird und denke darüber nach, ob ich das ändern kann und möchte. Ein hingerotztes „Der größte Dreck, den ich je gelesen habe“ hat nichts mit Kritik zu tun.

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Was machst du, wenn du eine Schreibblockade hast?
Hoffen, dass sie bald vorüber ist.

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Was hast du als Autor in den letzten Jahren für dich gelernt?
Dass ich noch viel lernen muss und damit aller Voraussicht nach auch nie fertig werde, egal, wie viele Bücher ich geschrieben habe.

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Ich möchte auch Autor werden: Was würdest du mir raten?
Schreibe ein gutes Buch.

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Was machst du, wenn dir der Kopf brodelt, ein kilometerlanger Stau entsteht – und es kein Vorankommen mehr gibt?
Ganz schlimm fluchen.

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VIELEN DANK Arno, dass du so geduldig die Fragen beantwortet hast 🙂

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Natürlich gab es diesmal auch wieder etwas zu gewinnen.

Was genau, seht ihr hier:

Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an Arno Strobel für das Hörbuch und die Autogrammkarten und vielen Dank an den Fischer Verlag für das Verlosungsexemplar von „Das Wesen“.

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Diesmal gab es leider nur vier Fragesteller. Aufgrund dieser geringen Teilnahme habe ich mich dazu entschlossen, jedem der vier Fragesteller einen Gewinn zukommen zu lassen. Ich freute mich sehr über eure kreativen Fragen 🙂

Per Los haben folgende Leute folgendes gewonnen:

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Ute K. – Hörbuch „Das Wesen“ + Autogrammkarte

Stefanie K. – 2x Autogrammkarte

Yvonne F. – Buch „Das Wesen“ + Autogrammkarte

„Buchflüsterer“ – 2x Autogrammkarte

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Bitte lasst mir eure Adressen zukommen, soweit noch nicht geschehen. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit euren Gewinnen 🙂

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~ von David - 16. Juni 2011.

6 Antworten to “Die besten Thrillerautoren kommen „Aus dem Land der Fantasie“ – Im Interview mit Arno Strobel”

  1. Hallo David,
    eine tolle Aktion, ein sehr interessantes Interview und ich habe sogar etwas gewonnen! Mehr geht nicht! Vielen Dank an dich und natürlich an Arno Strobel, der sich extra die Zeit für unsere Fragen genommen hat!
    Liebe Grüße
    Ute

  2. […] weiter. Ihr konntet dem Autor Arno Strobel eure Fragen stellen. Dadurch ist dieses Interview zustande gekommen.  Mehr davon, […]

  3. Hallo David
    vielen Dank. Da freu ich mich aber. Nur so wenig Fragensteller. Das ist schade, weil die Antworten so toll waren. Und außerdem ist es interessant, mal ein bißchen mehr über den Autor zu erfahren.
    Der Gewinn freut mich besonders, weil du ja eigentlich nix hergeben müsstest.
    Freue mich auf die nächste Fragerunde.

    LG BuchFluesterer

  4. Warum sollte ich ausgerechnet deine Bücher kaufen und lesen?
    Weil ich sie extra für dich geschrieben habe.

    Das ist soo eine tolle Antwort!!

    Danke für dieses schöne Interview 🙂

    UND WOW ICH HABE GEWONNEN!! Mein erstes Buch von ihm 🙂 Danke, David!! ♥

    Ganz liebe Grüße

    Yvi

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