Cem Yildiz – Fucking Germany

Autor Cem Yildiz

Titel Fucking Germany

Seitenzahl 220

Verlag Piper

Genre Roman

Preis 9,95€

ISBN 9783492264150

Erscheinungsdatum April 2011

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Erster Satz: „Der Mann mit dem Tattoo auf dem Rücken, der vorne auf dem Buchcover abgebildet ist, das bin ich.“

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Inhalt bei amazon.de

„Cem ist ein professioneller Escort. Er lässt sich für Sex bezahlen. Knapp 100 Euro kostet es, sich eine Stunde lang die Bedürfnisse nach schnellem Sex, nach Erniedrigung und Autorität, nach Zuwendung und Hingabe befriedigen zu lassen. Manager, Messebesucher, die Parfümverkäuferin, Hartz-IV-Empfänger oder der konservative Nachbar – sie alle sind seine Kunden. Cem Yildiz erzählt aus einer Welt, in der Exzesse, Gewalt, Drogen und grenzenlose Hoffnungslosigkeit herrschen – und in der Menschen verzweifelt auf der Suche sind nach Geborgenheit und Liebe.“

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Meine Meinung

Cem ist 30, halb Türke und Escort, was bedeutet, dass man ihn für gewisse Stunden buchen kann. In diesem Roman erzählt er uns seine Geschichte, wie er in diese Szene kam, was er erlebt hat und wie er von seinen Kunden denkt.

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Als Einleitung erfährt der Leser einige Dinge, welche Escort und Stricher voneinander unterscheiden. Cem steht nicht auf dem Straßenstrich und wirft sich Männern oder Frauen um den Hals, sondern er präsentiert sich auf Internetseiten und früher in Clubs mit seiner Handynummer, um immer überall erreichbar zu sein. Die meisten seiner Kunden sind Männer, schwul, bi und hetero, meistens versteckt schwul, mit Ehefrau und Kinder, das „typische“ Klischee eben.

Seine Abenteuer und Erlebnisse sind erschreckend und realistisch zu gleich. Cems Schreibstil ist direkt und offen, er nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht alles an und aus, was er erlebt hat.

Natürlich geht es hier in erster Linie um Sex und meistens um welchen, der nicht dem Alltäglichen öffentlich bekannten entspricht. Oftmals war ich doch leicht geschockt, obwohl mich kaum etwas wirklich überrascht hat. Details bleiben hier außen vor, die Dinge werden zwar beim Namen genannt, allerdings nicht zu genau beschrieben.

Die Kapitel sind demnach auch recht kurz, was das Lesen sehr angenehm machte. Jedes Kapitel beinhaltet auch ein anderes Thema bzw. Erlebnis und springt mit sehr provokativen Überschriften ins Auge, wie z.B. „Fick mit Migrationshintergrund“, „Ficken 2.0“ oder „Mal unter uns Nutten“.

Man kann natürlich darüber streiten, ob diese Art von Titeln passend und gut sind, oder eher niveaulos und schlecht. Ich für meinen Teil fand sie passend, denn es geht nun mal um käuflichen Sex und diverse sexuelle Auslebungen jenseits der Otto-Normal-Verbrauchervorstellung. Wobei ich hier auch erwähnen möchte, dass nicht jedes Kapitel von einem Extrem ins nächste übergeht. Ein paar Dinge sind schon recht hart und nichtmal mehr an der Grenze des Vorstellbaren, allerdings hatte man das meiste schon mal irgendwo gelesen, gesehen oder gehört.

Interessant fand ich es einfach mal hinter die Kulissen eines Escort zu blicken. Natürlich bleiben auf Drogen und Straßenstrich nicht außen vor. Natürlich geht es auch in den etwas härteren Bereich und ja, auch in den ganz harten Bereich. Aber ich denke, dass der Leser weiß, worauf er sich einlässt und dass es hier nicht um Blümchensex geht.

Wieder mal erschreckend, weil nicht neu, sondern eher ein offenes Tabu, war für mich die Tatsache, wie viele verheiratete Väter scheinbar fremdgehen bzw. ihre homosexuelle Seite bei Strichern oder in diesem Fall Escorts ausleben.

Ebenso verstörend waren Wünsche wie „sich vergewaltigen lassen“. Was geht in solchen Menschen vor?

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Ein tabubrechender, kurzweiliger Roman, der einen kleinen Einblick in den käuflichen Escortsex bietet. Empfehlenswert für zwischen durch, wenn man sich für diese Thematik interessiert.

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Letztes Wort: „… voll.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 4/5

Preis-Leistung 4/5

Sprache 3/5

Inhalt 3/5

Spannung 2/5

Umsetzung 4/5

Gesamt: 20/30

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~ von David - 14. Juni 2011.

4 Antworten to “Cem Yildiz – Fucking Germany”

  1. […] Cem Yildiz – Fucking Germany […]

  2. Ui tolle Rezi. Das Buch brauch ich auch unbedingt – wie so viele =)

  3. Hi Dave,
    Dank Deiner sehr guten Rezi (wie immer 🙂 ) frage ich mich: Sollte man den Inhalt glauben oder ist es eventuell nur eine Art von Selbstdarstellung um Bekannt zu werden? Wir werden es gewiss nie Erfahren.
    Aber der Titel ist schon mal so gewählt, das sehr viele erst mal das Buch in die Hand nehmen um den Klappentext zu lesen. 😉

  4. Schöne Rezension. Das Buch würde mich schon reizen, gerade weil es soo EXTREM ist, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es was für mich ist. Andererseits hab ich mich noch nie wirklich an ein solches „Tabuthema“ rangewagt und würde es schon gerne mal versuchen … abgesehen davon, spricht mich der Titel sehr an. „Fucking Germany“, so seh ich das im Augenblick auch, allerdings aus ganz anderen Gründen 😉 Ich überleg noch, ob ich es auf meine Wunschliste setzte … 🙂

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