Felix Mitterer – Die Beichte

Autor Felix Mitterer

Titel Die Beichte

Seitenzahl 75

Verlag haymon

Genre Theaterstück

Preis 9,95€

ISBN 3852188725

Erscheinungsdatum Mai 2011

Erster Satz: „Kirchenraum.“

 .

Inhalt bei amazon.de

„Ein Mann kommt zu einem Priester und will beichten. Er hat ein Verbrechen begangen. Er hat seinem Sohn dasselbe angetan, was ihm einst widerfahren ist. Bald stellt sich heraus, dass auch der Priester nicht ohne Schuld ist. Die beiden kennen einander, erinnern sich an ihre Zeit als Zögling und Erzieher im Klosterinternat, daran, wie alles gekommen ist … und immer die brennende Frage: Gibt es Vergebung? Mitterers berührendes Theaterstück besitzt angesichts der schockierenden Enthüllungen der Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche nach wie vor traurige Aktualität. Ohne einseitig zu verurteilen oder zu polemisieren, zeigt Mitterer die psychologischen und sozialen Hintergründe und die Folgen derartiger Verletzungen auf. Er entlarvt menschliche Schwächen und Fehler und entwickelt zugleich Hochspannung und Dramatik.“

 

 .

Meine Meinung

Da dies ein nur 75seitiges Theaterstück ist und die Kurzbeschreibung schon vieles zum Inhalt sagt, möchte ich mich nachfolgend nur auf meine eigene Meinung beziehen.

 .

Mir hat das Theaterstück „Die Beichte“ von Felix Mitterer gut gefallen.

Die 75 Seiten waren leider schon in etwa 20 Minuten weg gelesen, allerdings war ich auch gefangen von der Brisanz des Themas. Einige wird es sicher erschrecken, andere gar „gegen den Strich“ gehen, für mich allerdings war diese Thematik keinesfalls überraschend, sondern eines von vielen Tabuthemen, welche unbedingt mehr in den Medien stehen müssten.

Felix Mitterer behandelt hier tabulos das Thema des sexuellen Missbrauches in der katholischen Kirche und besonders in den vielen Kinderheimen, welche von Priestern und Äbten geleitet werden.

Erschreckend deutlich und authentisch lässt er seinen Protagonisten auf den Leser wirken und lässt ihn gleichzeitig die Rolle des Opfers und Täters einnehmen. Dies liegt u.a. daran, dass sein Werk auf Gesprächen mit Betroffenen beruht.

Den Rollenwechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit kann man gut nachvollziehen. Mitterers Schreibstil ist keineswegs ausschweifend, sondern die beiden Hauptfiguren – der Vater und der Priester – kommen mit ihren Aussagen sehr schnell auf den Punkt. Die wörtliche Rede überwiegt hier ganz klar, nur selten kommen kleinerer „Regieanweisungen“ zum besseren Verständnis hinzu.

Die Entwicklung des Stücks geht schnell voran, daher ist keine wirkliche Spannung gegeben. Allein dem Ende fiebert der Leser entgegen, weil er wissen möchte, wie die beiden sich trennen werden.

 .

Ein Theaterstück, welches kurz, offen und authentisch das Problem des sexuellen Missbrauches innerhalb der Kirche thematisiert und eine Situation herbeiführt, die den Leser zum Nachdenken bringen kann.

Für mich ein Werk, welches viel mehr Beachtung finden sollte, denn es bringt hier wie bei vielem nichts, die Augen nur zu verschließen.

 .

Letztes Wort: „Ende.“

 

 .

Bewertung

Cover-Gestaltung 3/5

Preis-Leistung 2/5

Sprache 4/5

Inhalt 4/5

Spannung 2/5

Umsetzung 4/5

Gesamt: 19/30

Advertisements

~ von David - 3. Juni 2011.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: