Birgit Schlieper – Angstspiel

Autor Birgit Schlieper

Titel Angstspiel

Seitenzahl 333

Verlag cbt

Genre Jugendthriller

Preis 9,99€

ISBN 357016084X

Erscheinungsdatum September 2010

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Erster Satz: „Es ist vorbei.“

Inhalt bei amazon.de

Lebhaftes Chatting, tödliches Stalking
Es beginnt ganz harmlos: Linda lernt einen Typen im Schüler-Chatroom kennen – höflich, unaufdringlich, angenehm. Natürlich verrät Linda ihm nicht ihre privaten Daten, schließlich ist sie nicht blöd. Doch sie hat die Heimtücke des Unbekannten unterschätzt: Lästige Emails und kitschige Blumenbotschaften gipfeln in einer gehässigen Schmierkampagne. Linda fühlt sich beobachtet, verfolgt, wird fast verrückt vor Angst. Und der Stalker lässt nicht locker – im Gegenteil: Er befindet sich in tödlicher Nähe…

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Meine Meinung

Da ich Stalking für ein interessantes und gleichzeitig sehr ernstzunehmendes Thema halte, hat mich das Buch angesprochen. Ebenso natürlich dieses sehr auffallende Cover mit den Karos und dem lustigen, roten Clown rechts oben, der sofort ins Auge sticht und mich an die Legofiguren erinnert.

Linda ist ein ganz normaler Teenager, sie wohnt mit ihrer Schwester, ihrem Opa und ihren Eltern zusammen und hasst Physik. Sie hat keinen Freund, aber sie flirtet gerne. Dies tut sie seit einiger Zeit in einem Chatroom, in dem sich auch viele ihrer Klassenkameraden treffen. Jeder hat dort einen Nicknamen und so weiß auch Linda nicht, mit wem sie da ständig chattet. Sie kennt nur seinen Nicknamen, „Kaktus“ und weiß, dass er wohl ein sehr toller Kerl sein muss. Daher ist sie bei ihm auch so frei, Mailadresse und Nummer rauszurücken.

Es passiert, was passieren musste: Lindas „Kaktus“ entpuppt sich als Stalker, tyrannisiert sie mit Simsen und Anrufen, fälscht Fotos von ihr am Strand mit oben ohne und hinterlässt ihr grausame Nachrichten an beschlagenen Fensterscheiben. Linda dreht durch, ist verzweifelt und geängstigt und versucht nun alles, von ihm los zu kommen, um ihr altes Leben zurück zu erhalten.

Die Story kommt langsam ins Rollen. Der Anfang ist sehr verwirrend und ich musste mich erst einmal ein bisschen durchkämpfen. Das Buch beginnt mit einem heftigen Wutanfall Lindas, welcher sie ins Krankenhaus bringt. Sie zerschlug ihre Fensterscheibe, da dort ihr Stalker eine Nachricht hinterlassen hatte. Da dies für Familie und Ärzte eher nach einem Suizidversuch aussah, denn Linda zerschnitt sich damit ihre Arme, muss sie danach auch zum Psychologen.
Wieder daheim, quält ihr Verfolger „Kaktus“ sie weiterhin mit Nachrichten und schrecklichen, gefälschten Bildern von ihr. Er postet in ihrem Namen fiesen Einträge über ihre Schule ins Netz und so ist sie dann auch bei ihren Mitschülern und Lehrern unten durch und das täglicher zur Schule gehen wird ebenfalls zur Qual.

Obwohl sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Schwester hat, weiht sie diese nicht ein und verschanzt sich immer mehr in ihrem Zimmer.

Freunde versuchen nun, sie wieder unter die Leute zu bringen, was auch ganz gut klappt. Ich fand es etwas unrealistisch, dass Linda dies trotz ihrer großen Angst tut und dass es auch funktionierte.

Ihre Schwester ist mir allerdings viel sympathischer. Sie bemüht sich sehr um Linda, doch Linda wirkt auf mich sehr frustriert und noch ziemlich kindlich. Sie traute sich wieder einem Lehrer, noch ihren Eltern, geschweige denn ihrer Schwester oder gar ihrem Opa an, welcher ihr sehr viel bedeutet. Auf der einen Seite zeigt dies, wie viel Panik und Angst sie tatsächlich hat, auf der anderen Seite finde ich dies leider ziemlich unklug.

Der Stalker geht immer weiter und die Situation wird immer verfahrener. Linda lässt alles mit sich machen und versteckt sie dennoch immer mehr.

Dann geschehen auch familiäre Probleme, welche die Situation noch bedrückender machen. Welche, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich persönlich empfand diese Ereignisse Schlag auf Schlag ziemlich merkwürdig. Dass gleich mehrere schreckliche Dinge in der Familie passieren bzw. ans Tageslicht kommen, finde ich ehrlich gesagt ziemlich unrealistisch. Nichts desto trotz wurde so natürlich die gesamte Horrorsituatuon für Linda nochmals verschlimmert.

Die Nebencharaktere, wie die angesprochene Schwester oder ihr Opa, haben mir viel besser gefallen, als die Protagonistin Linda. Ich empfand sie von Anfang an als unsympathisch, was es mir natürlich erschwerte, das Buch zu lesen. Ihre wirren Gedanken und Empfindungen waren für mich oftmals nicht nachvollziehbar, was aber auch daran liegen kann, dass ich evtl. schon zu alt für dieses Jugendbuch bin und/oder, weil ich ein Mann bin. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass viele, vor allem jüngere, schüchterne Mädchen, so sind, wie Linda.

Ein Jugendthriller mit aktueller, ernstzunehmender Handlung.

Meine Empfehlung geht an junge LeserInnen, die einen guten Thriller lesen möchten, welcher eine aussichtslose Lebenssituation schildert und in dem gleichzeitig die jungen Protagonisten versuchen, sich selbst daraus zu befreien.

Ich selber hatte mir mehr versprochen, hatte mir eine andere Umsetzung der Thematik erwünscht. Dennoch empfand ich das Buch als lesbar, wenn auch oftmals nicht allzu spannend.

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Letztes Wort: „… aus.“

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Bewertung

Cover-Gestaltung 4/5

Preis-Leistung 3/5

Sprache 4/5

Inhalt 2/5

Spannung 2/5

Umsetzung 3/5

Gesamt 18/30

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~ von David - 9. Februar 2011.

2 Antworten to “Birgit Schlieper – Angstspiel”

  1. Hallo David

    mir gefallen deine Rezis wirklich gut. Auch das du das letzte Wort eines Buches hervorhebst, finde ich spitze, hab ich bis jetzt so noch nicht gesehen.

    Liebe Grüße

    • Heyho!
      Ich fand das ne coole Idee! Ich mag erste Sätze und da der letzte Satz evtl. spoilern könnte, entschied ich mich nur für das letzte Wort.
      LG David

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